Menschen
Mexikaner schauen manchmal sehnsüchtig in Richtung dem wohlhabendem, frohen und jugendorientierten Riesen im Norden sind aber abgestoßen davon was sie als egoistischen Individualismus erfahren und der Kälte der Menschen. Doch am Ende bieten die wirtschaftlichen Unterschiede eine starke Motivation was dazu führt, daß Mexikaner nach Norden auswandern – legal oder illegal. Mexikanische Einwanderer schwimmen über den Rio Bravo in die vereinigten Staaten, wo dieser als Rio Grande bekannt ist.
Aber, es gibt jeden Grund optimistisch zu sein über Mexiko.
Mexiko hat gigantische wirtschaftliche Schritte gemacht seit den 60ern und fährt in rapider Geschwindigkeit damit fort eine westliche Wirtschaft zu entwickeln. Sie ist Haupthandelspartner der USA geworden genauso wie ein bevorzugter Fabrikstandort für U.S amerikanische, japanische, deutsche und taiwanesische Firmen auf der Suche nach billigen aber emsigen Arbeitskräften.
Des weiteren ist Mexiko heutzutage ein sehr beliebtes Urlaubs- und Ruhestandsziel für 'Gringos', dem mexikanischem Wort für 'Fremder'
Lebensstil
Mexikanisches Leben tendiert Richtung dem Dionyschem, was heißt daß die Menschen oft dem Druck des Lebens durch intensive Erlebnisse entfliehen. Mexikaner suchen nicht nur in der Religion eine Intensität sondern auch in Feierlichkeiten, lauten Partys und singen - welche alle eine temporäre Flucht bieten. Sie bevorzugen heftige Stimulation, das Radio oder der Fernseher im Bus sind normalerweise sehr laut. Selbst das Essen ist sehr intensiv. Mexikaner sind bekannt für Ihre zahllosen Variationen an Paprika in jedem Schärfegrad.
Die Dionysche Grundlage führt aber auch zu einer gewissen Verträumtheit und Verwirrung von Vorstellung und Realität.
Mexikaner können sich großes über Ihre Zukunft vorstellen, aber wenn es zur Umsetzung kommt sind Sie sehr pessimistisch darüber was tatsächlich erreicht werden kann.
Der Grund hierfür liegt in der Mexikanischen Geschichte, da die Mexikaner nie für das Leben anderer Verantwortung übernehmen mußten, sie wurden immer von irgend jemand unterworfen.
Machismo oder Männlichkeitswahn
Das Thema Männlichkeitswahn verdient besondere Beachtung. Machismo kann als 'Männliche Tugend' bezeichnet werden. Die 'Tugend' ist geschichtlich mit Ehre, Tapferkeit und Gewalt verbunden mit einem Hunger an Macht und einem Doppelstandard für Frauen welche Sie vergöttern, selbst wenn diese von ihnen mißbraucht werden.
Männer haben in dieser Angelegenheit tatsächlich nicht viel Auswahl, historisch gesehen wurden die, welche keine Machos waren ausgestoßen. Die Unvermeindlichkeit des Machoismus legt nahe, daß er eine essentielle Funktion in der Kultur hat. Gewalt und Unterdrückung welche dadurch hervorgerufen wurden scheinen funktionsstörend genug, aber es hat auch eine konstruktive Seite welche Männern und Frauen gleichermaßen hilft mit Stress und Not umzugehen.
Der Kern des Machoismus ist die Bereitschaft jede Not, jedes moralische Verderben und jeden Grad des Leidens zu ertragen um einen selbst oder die eigene Familie zu verteidigen.
Das Leben kann hart und schmerzvoll sein, doch Übung in den Tugenden des Mannes kann einem Jungen helfen gerüstet zu sein was auch immer kommt. Machoismus - wie viele effektive kulturelle Verteidigungsmechanismen - macht Tugend zu einer Notwendigkeit. Frauen sind den Männern untergestellt aber im Gegenzug können Sie sich auf diese auch verlassen. Heute variiert der Machoismus in den sozialen Klassen. In den niedrigeren Schichten ist er immer noch mit Gewalt und dem Missbrauch von Frauen verbunden, speziell in der Kombination mit Alkoholgenuß.
In den oberen Schichten, wie auch immer, repräsentiert er Ehre, Courage und Hingabe zur Familie.
Beziehungen (Familie & Freunde)
Persönliche und familiäre Beziehungen sind sehr stark und emotional und das zeigen von Gefühlen ist für Männer wie Frauen gleichermaßen üblich. Es ist völlig selbstverständlich (auch für Männer) seine Freunde um Hilfe zu beten und diese werden alles nur erdenkliche tun um dem nachzukommen.
Abhängigkeitsbeziehungen zwischen Familienmitgliedern sind selbstverständlich - müssen aber zwischen Freunden gepflegt werden. Im speziellem müssen Leute die Geschäfte miteinander tätigen erst ein Verhältnis des gegenseitigen Vertrauens schaffen. Der Westler sieht oft einen Interessenkonflikt wenn es darum geht mit engen Freunden Geschäfte zu tätigen da Freunde evtl. Vergünstigungen / Gefallen erwarten könnten. In Mexiko muß man mit Freunden Geschäfte machen um Vertrauen aufzubauen.
In Mexiko ist es unmöglich zu oft ’por favor’, ’muchas gracias’ und ’muy amable’ zu sagen. Wenn man einen Raum verlässt oder auf jemanden zuläuft ist es höflich ’con permiso’ zu sagen und bevor man eine Frage stellt sagt man ’una pregunta por favor’.
Mexiko’s höfliche Art und Weise zu sprechen hat aber auch eine dunkle Kehrseite: eine Umgangssprache reich an Obszönitäten und Beleidigungen. Vergewaltigung zum Beispiel ist ein herkömmliches Thema zumal sich Mexikaner als deren ’Produkt’ betrachten.
Geschäfte mit Mexikanern
Die mexikanische Bedeutung von Ehre wird von Außenstehenden zu oft unterschätzt. Die Ehre eines Mannes zu respektieren hat nichts mit dem Gesicht wahren zu tun. Man muß aufpassen nicht einen Kollegen vor seines gleichen oder im privaten zu kritisieren oder zu blamieren.
Zeitwirtschaft
Man sollte sich nicht daran stören sollte man mal zu einer Verabredung warten müssen, auch wenn es fünfundvierzig Minuten sind, oder wenn der Hausherr / Gastgeber sich in Ihrer Gegenwart um andere Dinge kümmert. Familienangelegenheiten haben Vorrang gegenüber Geschäftsterminen und es kann vorkommen daß ein Gastgeber mal eben weg muß um ein Kind von der Schule abzuholen oder an einer Beerdigung teilzunehmen.
Es ist allerdings wichtig pünktlich zu einem Behördentermin zu erscheinen – vor allem wenn man jemanden mit einem höheren Rang erwartet. Nachdem man die Gewohnheiten seiner Mitmenschen gelernt hat kann man lockerer sein.
Die Mexikaner beginnen aber mehr und mehr damit ‚hora americana’ anstatt ‚hora mexicana’ zu skandieren wenn Sie Geschäfte mit Fremden machen. Sie erwarten evtl. doch Pünktlichkeit. Bei einem Geschäft welches in einer Privatwohnung stattfindet (dies kann ebenso vorkommen da Gastfreundichkeit Teil der Kultur ist und sie Beziehungen aufbaut) könnte pünktliches Erscheinen jemanden in Verlegenheit bringen da man den Gastgeber in Lockenwicklern oder unter der Dusche antreffen könnte.
Kleidung
Mexiko ist das förmlichste Land Lateinamerikas. Am besten trägt man einen dunklen, konservativen teuer ausschauenden Anzug. Dreiteiler sind nicht ungewöhnlich für Männer. Besucher sollten eine modische Uhr zur Schau stellen, ihre Schuhe putzen und es zur Gewohnheit werden lassen die teuersten und besten Restaurants & Hotels zu besuchen die sie sich leisten können. Sichtbarer Wohlstand ist ein Zeichen des Erfolges.
Titel & Namen
Titel wie Doktor, Professor, Senor, Licenciado oder Ingeniero werden mündlich wie im Schriftverkehr sehr geschätzt. Wenn im Zweifel welcher Titel nun zutrifft oder nicht ist es besser sich für den höheren zu entscheiden. to err – sich irren....
Ein Fehler, egal in welche Richtung, ist unzumutbar.
Lateinamerikanische Nachnahmen sollten mit Bedacht behandelt werden! Carlos Rodriguez Vargas, zum Beispiel, sollte als Senor Rodriguez, nicht Senor Vargas, ausgesprochen, benutzt werden. Rodriguez ist des Vaters Familiennamen und Vargas der der Mutter, und wie wir nun alle wissen ist in einer Macho-Gesellschaft des Vaters Familiennamen von größerer Bedeutung.
Begrüssung
Mexikaner umarmen und küssen sich normalerweise wenn sie sich treffen, allerdings ist dieses Verhalten für Freunde und Familie vorbehalten. Wenn unsicher was zu tun ist es besser den anderen den Anfang machen zu lassen. Wenn sie von selber damit anfangen kann man beruhigt sein in deren Kreis der Warmherzigkeit akzeptiert worden zu sein.
Sprache
Spanisch ist die einzig offizielle Sprache in Mexiko und glücklicherweise ist diese relativ leicht für den Rest der Welt zu lernen. über Latein Amerika verteilt werden ca. 26 verschieden Dialekte gesprochen von denen die meisten eher schwer zu verstehen sind.
Diejenigen welche spanisch sprechen sollten sich nicht scheuen es auch zu tun, da der mexikanische Gastgeber es zu schätzen weiß daß man sich für deren Kultur interessiert. Mexikaner sind mit Besuchern geduldig welche sich mit der Sprache schwer tun oder wenn diese Fehler machen - egal wie viele. Ihr Sinn für Ehre hält Sie evtl. davon ab englisch zu sprechen sollte es nicht fehlerfrei sein. Benutzen Sie im Falle einer eng. Unterhaltung Handzeichen für wichtige Dinge.
Ein mexikanischer Gastgeber wird für den Fall daß er etwas nicht versteht nichts dazu sagen was wieder mit deren Ehre zu tun hat. Man kann diskret deren Verständnis testen in dem man eine andere Frage wählt.
Wie sooft ist auch in Mexiko die Sprache sehr indirekt. Die Menschen dort neigen eher dazu mit ‚Quizas’ (vielleicht) zu antworten oder ‚sie werden darüber nachdenken’ anstatt mit einem Ja.
Des weiteren sollten Sie eine Einladung dann ernst nehmen wenn diese das zweite oder dritte Mal vorkommt weil Mexikaner sehr schnell damit sind jemanden zu anfangs einzuladen, meist aus reiner Höflichkeit und weniger ernst gemeint.
Datum: 22.02.2010
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